Die Bedeutung öffentlicher Spiele im Römischen Reich

 

Grabstein eines Gladiators mit Siegeskränzen
(Bild: Grave stele of a gladiator, probably from Sparta, the gladiator wears a special helmet used in the games (galea) and holds a gladius, 3rd century AD, National Archaeological Museum of Athens von Carole Raddato unter CC BY-SA 2.0 lizensiert)

Römische Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und Wagenrennen sind der breiten Öffentlichkeit durch Romane, Fernsehserien und Hollywoodfilme bestens bekannt, und jeder kennt die Formel „Brot und Spiele" (panem et circenses).

 

Doch die hinter dieser Formel liegende Annahme, die Spiele hätten das Volk ruhigstellen und von der Politik und dem Bedeutsamen ablenken sollen, ist grundfalsch: Spiele waren in Rom politisch, und sie waren bedeutsam, in Amphitheater und Circus zeigen sich so klar wie an keinem anderen Ort die besonderen Merkmale der römischen Kultur: die Inszenierung brutaler Gewalt, die allerdings nicht entgrenzt, sondern einer Fülle von Regeln unterworfen war, die hierarchische Gliederung der Gesellschaft bei gleichzeitigem Streben nach schichtenübergreifendem Konsens, die Zelebrierung von Tapferkeit als typisch römischer Tugend. Besonders interessant ist zu beobachten, wie sich der mit der Ausweitung des Imperium Romanum intensivierende Kontakt mit anderen Kulturen auf der Ebene der öffentlichen Spiele vollzog.